Hungarika alt

Der Barack "“ Marillenschnaps aus Kecskemét (Südliche Tiefebene)

Schnaps wird überall gleich gebrannt. Gut. Die Einzigartigkeit des Barack liegt jedoch in den Früchten. Sie stammen aus einer der wärmsten Regionen Ungarns und erhalten ihren besonderen Geschmack durch den dortigen Sandboden. Der Sand ist ein schlechter Wärmespeicher, strahlt am Tag viel Wärme auf die Früchte ab und kühlt nachts stark ab. Diese Mischung aus Sand, Sonne und Nachtkälte geben den Marillen aus Kecskemét ihr unvergleichliches Aroma. "Destillat der Sonne" nennen die Einheimischen ihren Marillenbrand. Wer ihn einmal gekostet hat, weiß wovon die Rede ist.

Je nach Witterung im Frühling werden jährlich zwischen 1.000 und 10.000 Tonnen Marillen geerntet, die in einem besonders schonendem Verfahren destilliert werden, um den vollen Geschmack der Früchte zu erhalten. Der echte Marillenschnaps ist klar, mit weiß bis leicht gelblicher Färbung.

Die Béres-Tropfen (Nördliche Tiefebene)

Die längst weltberühmte Erfindung des Wissenschaftlers aus Kisvárda, Dr. József Béres, ist in Ungarn seit Jahrzehnten der Inbegriff für Gesundheit. Erfunden wurden sie in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts und haben seither von Ungarn aus einen Siegeszug um die Welt angetreten. Die einzigartige Mischung aus Spurenelementen und Mineralien, die von Kennern in aller Welt schon lange zur Vorbeugung und Bekämpfung verschiedenster Erkrankungen angewandt wird, wurde im Januar 2000 auch offiziell als Medikament anerkannt. Hergestellt werden die Béres-Tropfen heute von der Béres Pharma AG in Szolnok. Sie stärken nachweislich das Immunsystem und wirken gegen Entzündungen sowie Viruserkrankungen "“ und zeigen nahezu keine Nebenwirkungen. Sie werden in der Medizin sowohl prophylaktisch als auch therapeutisch angewandt. Rezeptfrei erhältlich in Apotheken.

Paprika aus Südungarn
Sie wird oft das "rote Gold" Ungarns genannt und ist aus der ungarischen Küche nicht mehr wegzudenken. Ursprünglich nicht im Karpatenbecken beheimatet, gelangte die Paprika entweder aus Spanien, wahrscheinlicher aber aus Kleinasien nach Ungarn, worauf auch der Name "türkischer Pfeffer" schließen lässt. Zunächst wurde die Pflanze nur in Klostergärten als Medizin gezüchtet. Erst als Napoleon als Strafe für die aufständischen Magyaren deren gesamte Pfeffervorräte vernichten ließ, fand die Paprika als Ersatzwürze Einzug in den Alltag und begann ihren Siegeszug in die heimischen Kochtöpfe.

Zentren des Paprikaanbaus in Ungarn sind bis heute die Städte Szeged und Kalocsa in der Südlichen Tiefebene, deren besondere Böden zusammen mit dem Klima die herrlichen Aromen hervorbringen. Auch die Trocknungs- und Mahlmethoden bestimmen den Geschmack mit.

Es gibt den gemahlenen Paprika heute in verschiedenen handelsüblichen Varianten von mild-süß bis extra scharf. Achten Sie auf die Anzahl der Schoten auf der Packung, im Zweifelsfall lieber fragen oder vorsichtig kosten. Abgesehen von der persönlichen Vorliebe jedoch ist der ungarische Paprika, ob frisch, getrocknet oder gemahlen, von unvergleichlichem Aroma.

Pick Salami aus Szeged
Auch wenn die Salami ursprünglich aus Italien stammt, so hat sie doch durch das Szegeder Unternehmen Weltruhm erlangt. Márk Pick gründete 1869 seine Wurstfabrik nicht zufällig im Zentrum der ungarischen Schweinezucht in Südungarn. Hier hatte er das frische Rohmaterial praktisch vor den Fabriktoren. Heute zählt die Pick Salami wahrscheinlich zu den bekanntesten ungarischen Produkten, einzigartig im Geschmack durch ihre besondere Würze und Räuchermethode. Es gibt sie in verschiedenen Varianten, weich und hart, mit und ohne Paprika. Die "klassische" Pick Salami, die so genannte "Wintersalami", ist von mittelharter Konsistenz und ohne Paprika.

Schafsmilchkäse aus Pálpuszta

Er ist nichts für empfindliche Nasen, aber dafür umso mehr für Kennergaumen. Der pikante Weichkäse wird im Salzbad gereift und mit Pilzkulturen geimpft, was ihm den typischen rötlichen, essbaren Belag verleiht. Der Schnitt zeigt eine gelblich-weiße Farbe und erinnert an den französischen Romadur. Gereift lässt er sich auch hervorragend streichen.

Ungarische Stickereien

Die Kunst des Stickens zählt zu uralten, noch auf die Hirten zurückgehenden Handwerksbrauchtümern Ungarns. Sie wird auf Stoff oder Leinen mit Fäden oder Metall ausgeführt und unterscheidet sich regional in Mustern und Farben. Stickereien zieren Gebrauchsgegenstände und Festtagstrachten, Tücher, Schürzen, Tischtücher und Pantoffel. Die schönsten Ausprägungen findet man in Hollókö, Buzsák, Kalocsa, Mezökövesd und Sárköz.

Herend-Porzellan

Seit 1842 fertigt die Manufaktur in Mittelungarn hochwertiges Porzellan, das bereits 1845 auf der Wiener Industrieausstellung erstmals außerhalb Ungarns zu sehen war und seither einen Siegeszug rund um die Welt angetreten hat. Das "weiße Gold" von Herend erhält aufgrund eines besonderen Brennvorgangs sein typisches schneeweißes, durchscheinendes und glänzendes Aussehen. Jedes Stück wird von Hand geformt und bemalt. Die bekanntesten Muster sind das farbendfrohe Chinesische Dekor mit Schmetterlingen und Blütenzweigen sowie das nach Königin Viktoria benannte Tafelservice-Dekor. Berühmt ist Herend auch für seine Flechtwerke und die Herend-Rosen.

Waren es früher Königshäuser und Adelige, die sich mit Herend umgaben, so gibt es heute zahlreiche private Sammler dieses herrlichen Porzellans, das zwar nicht ganz billig ist, aber zeitlosen Wert besitzt. Bei einem Besuch direkt in der Manufaktur kann man übrigens unter fachkundiger Anleitung sein eigenes "Meisterstück" anfertigen und mit nach Hause nehmen.

Zsolnay-Keramik aus Pécs

Vilmos Zsolnay entwickelte seine Steingutmanufaktur ab Mitte der 19. Jahrhunderts zu einer Keramikfabrik von europäischem Rang. Das Familienunternehmen erwarb sich vor allem durch seine Experimentierfreudigkeit sowie seine schönen Gebrauchs- und Ziergegenstände einen Namen. Weltruhm brachte ihm seine einzigartige metallisch schillernde Eosinglasur. Zusammen mit dem ungarischen Jugendstilarchitekten Ödön Lechner spezialisierte sich das Unternehmen als zweites großes Betätigungsfeld auf Baukeramik, von denen es in Pécs zahllose Beispiele gibt. Zu den Schönsten zählen die Budapester Post, das Rathaus von Kecskemét sowie der Zsolnay-Gedenkbrunnen in Pécs, wo man auch das Manufakturmuseum besuchen kann.

Zsolnay Keramik zählt bis heute zu den begehrtesten Sammlerstücken europäischer Keramik, insbesondere die grünlich schillernden Zierfiguren.
Informationen: www.zsolnay.hu (Englisch)

Der Duft der Ungarn "“ Parfüm Hungarian Rhapsody No. 5 wird neues Hungarikum

Ungarn kann bald jeder riechen! Denn mit Hungarian Rhapsody No. 5 kommt das erste "nationale" Parfüm aus dem Land der Magyaren auf den Markt.

Produziert und vertrieben wird das nach Maiglöckchen, Pfingstblume, Rose, Jasmin, Ambra und ein wenig Paprika duftende Hungarian Rhapsody No. 5 vom Kosmetikbetrieb Natural Doctor www.naturaldoctor.hu .

An der Entstehung des Duftes, dessen Name an die große musikalische Tradition Ungarns erinnert, war neben der prämierten Parfümkreatorin Judith Müller auch Pierre Bourdon beteiligt. Bourdon ist einer der renommiertesten Parfümeure weltweit und schuf Düfte wie "Cool Water" von Davidoff oder "Dolce Vita" von Dior und brachte sein Wissen ein, um ein Produkt zu schaffen, das Ungarn auf eine neue und ungewöhnliche Weise repräsentiert.

Auch der Flakon von Hungarian Rhapsody No. 5 wurde von einem Meister seiner Kunst entworfen: Er ist das letzte Werk des ungarischen Malers und Grafikers Endre Szász, der international vor allem durch seinen surrealistischen Stil bekannt wurde. Eine handgemachte Lederbox, die als edle Verpackung des Porzellanflakons dient, ist ein zusätzliches Merkmal für die Qualität des Produkts.

Unicum

Scheinbar pechschwarz und gallebitter "“ und doch bei Kennern ein echter Geheimtipp für alle Fälle. Was den Tschechen ihr Becherbitter, den Deutschen ihr Jägermeister, das ist den Ungarn ihr Unicum. Eine Leidenschaft abseits von Alkoholgenuss, eine Philosophie beinahe. Zu seiner Herstellung werden frische Früchte in Obstschnaps gebettet, mit verschiedenen Kräutern versetzt und als Genussmittel mit Heilwirkung verkauft. Wobei die Heilkraft oft augenzwinkernd als gute Ausrede dient.

Unicum ist jedenfalls ein naturreines Destillat, das seit über 200 Jahren nach einem geheimen Rezept entsteht. Der herbe Geschmack ist für Bitter-Fans Genuss pur, für andere vielleicht eher gewöhnungsbedürftig. Probieren lohnt sich aber "“ und sei es nur als köstliche "Medizin".

Sonnenblumenhonig aus Mezöföld (Mitteltransdanubien)

Dieser geschmacklich einzigartige Honig entsteht durch die Tätigkeit von Millionen Bienen, die hier am Rande der endlosen Sonnenblumenfelder in unzähligen Stöcken gehalten werden. Sein milder Geschmack macht ihn sowohl als Süßstoff als auch als Brotaufstrich zur echten Delikatesse, sein hoher Anteil an Spurenelementen und Vitaminen gilt seit Jahrhunderten als wirkungsvolle volkstümliche Arznei.

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